Bissingen

 Schrell will bei Landratswahl mit Aufrichtigkeit punkten


Von Martina Bachmann


Bissingen. Ein Trommelwirbel kündigt den Kandidaten und Amtsinhaber an. Als Landrat Leo Schrell mit seiner Familie durch den Saal nach vorne schreitet, begleitet ihn die Original Kesseltaler Blasmusik. Begeistert wird er an diesem Freitagabend von seinen Anhängern empfangen. Es ist der politische Abend der Freien Wähler zur Fastenzeit - und gleichzeitig der Wahlkampfauftakt ihres Kandidaten.



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von links:
Kreisvorsitzender Erhard Friegel, MdL Bernhard Pohl, Landrat Leo Schrell
und Fraktionsvorsitzender und 1. Bürgermeister Michael Holzinger


Sechs Jahre ist Schrell nun im Amt. Es sei auch sein Verdienst, so meint Kreisvorsitzender Erhard Friegel, dass die Zahl der Mitglieder in der Vergangenheit auf mehr als 400 angestiegen ist. Was Schrell seit 2004 erreicht hat, das skizziert er in seiner Rede. Er nennt den Bau des neuen Internats an der Berufsschule in Höchstädt, finanziert mit dem neuen Modell des Kommunalunternehmens: „Das ist ein Coup, der uns gelungen ist.“ Die Gymnasien seien innerhalb kürzester Zeit an die Anforderungen des G 8 angepasst worden. Die Berufsschule in Lauingen werde saniert und erweitert. An allen drei Gymnasien im Kreis wurde bereits viel investiert. Er, Schrell, nehme das Schlagwort „Bildungslandkreis Dillingen“ ernst. So sollen die Schulen auch künftig ein Schwerpunkt bei den Hochbauinvestitionen sein.

Krankenhäuser: Minus um 60 Prozent gesunken

 

Schrell geht auch auf das Thema Krankenhäuser ein. Dort seien rund 17 Millionen investiert worden. Das Betriebsergebnis für 2009 habe sich im Vergleich zu dem von 2008 deutlich stabilisiert - es sei um 60 Prozent geringer. Das bedeutet: Statt vier Millionen (2008) würde das Minus im vergangenen Jahr bei rund 1,6 Millionen liegen. Schrell betont, dass er die Klinken in der kommunalen Trägerschaft belassen will. Der Tourismus habe in den vergangenen Jahren Zuwachsraten verzeichnet, dank Donautal-Aktiv seien viele Millionen Fördergelder in den Kreis geflossen. Der Landkreis nehme im Bereich regenerative Energien eine führende Rolle in Bayern ein, so der FW-Kandidat. Dass sich Deutschland in Sachen Energie von anderen Nationen wie Russland abhängig mache, ist für den Amtsinhaber nicht verständlich.

Wichtig ist für den Landrat jedoch bei dieser Aufzählung vor allem eines: „Wort und Tat stimmen überein.“ Denn das, was er in seinem ersten Wahlkampf 2004 zum Ziel hatte, sei er auch angegangen. Schrell plädiert für eine aufrechte Politik. Schließlich müsse ein Kommunalpolitiker sich auch direkt vor den Bürgern rechtfertigen: „Gott sei Dank sind reaktionäre Reflexe und ein dümmliches Draufhauen kein Markenzeichen der Kommunalpolitik im Landkreis Dillingen.“ Immer wieder betont der Amtsinhaber das „Wir“, den Dialog mit verschiedenen Seiten. Und Schrell macht klar: Er ist Landrat aus Überzeugung. Statt Populismus und Aktionismus will er auf Sachpolitik setzen.

Unterstützung bekommt Schrell an diesem Abend auch vom Bissinger FW-Ortsvorsitzenden Max Kapfer und vom FW-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Michael Holzinger. Schrell gehe es nicht darum, seine Meinung durchzubolzen - stattdessen höre er auch anderen Fraktionen aufmerksam zu, so der Bissinger Bürgermeister.

Auch Bernhard Pohl, Landtagsabgeordneter der FW, spricht an diesem Abend. Mit viel Humor beschreibt er seine Ansichten zum Landesbank-Desaster und meint: „Nie wieder Größenwahn, nie wieder eine Zweidrittelmehrheit einer Partei.“ Dass der Freistaat das Institut stützen müsse, sei ohne Alternative. Denn eine Insolvenz hätte rund 110 Milliarden Euro gekostet, rechnet Pohl vor. Er will sich jetzt dafür einsetzen, dass der Freistaat auch für die Kommunen rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellt.

Bilder vom Politischen Abend

Artikel: Donau-Zeitung vom 22.02.2010