Vertrauensbeweis


 Sicher im Sattel

Eine Überraschung ist dies nicht. Landrat Leo Schrell (FW) wurde gestern erwartungsgemäß als Dillinger Landrat wiedergewählt. 83,7 Prozent der Stimmen sind ein großer Vertrauensbeweis für den FW-Politiker, der jetzt sechs weitere Jahre die Landkreispolitik gestalten darf. Bettina Merkl-Zierer (Grüne) blieb nur die Außenseiterrolle, denn Schrell hat sich in den vergangenen sechs Jahren wenig Schnitzer erlaubt. Zudem sind die Sympathiewerte des 52-Jährigen nach wie vor hoch. Schrell ist ein Gentleman - und die Bürger und Bürgerinnen schätzen seinen Auftritt.


Diese Einsicht hat wohl die Christsozialen, Sozialdemokraten und Liberalen bewogen, keinen eigenen Bewerber bei der Landratswahl ins Rennen zu schicken.


Einen Achtungserfolg hat mit 16,3 Prozent der Stimmen die Grünen-Kreisvorsitzende Bettina Merkl-Zierer erzielt. Der Herausforderin ist Respekt zu zollen. Denn die Grünen haben mit ihrer Nominierung den gestrigen Urnengang erst zu einer richtigen Wahl gemacht. Dass die Wahlbeteiligung schwächer ausfallen würde, war zu erwarten, denn es fehlte die Brisanz. Es war klar, dass der Amtsinhaber wiedergewählt werden würde. Dennoch ist eine Wahlbeteiligung von nur 42,5 Prozent beschämend.

Schrell sitzt jetzt noch sicherer im Sattel. Denn mit einer grundsätzlichen Kritik am Amtsinhaber dürften sich auch diejenigen CSU-Kreisräte schwertun, die Georg Winters Wahlniederlage vor sechs Jahren und den Wechsel Schrells von den Christsozialen zu den Freien Wählern immer noch nicht verkraftet haben. Im Dillinger Kreistag muss nun die konstruktive Zusammenarbeit fortgeführt werden. Probleme gibt es angesichts eines Schuldenbergs von rund 40 Millionen Euro genug. Das jährliche Defizit in den Kreiskliniken ist immer noch viel zu hoch. Die Zahl drängender Investitionen nimmt zu. So lautet die Aufgabe: An die Arbeit - gemeinsam!

Leo Schrell bleibt Dillinger Landrat

Donau-Zeitung vom 15.03.2010