Nur zwei Gegenstimmen in Unterliezheim
Dillingen „Ich bin locker“, sagt Leo Schrell, als er am Wahlsonntag um 18.08 Uhr zur Wahlparty im Dillinger Landratsamt eintrifft. Da wirken die Gesichtszüge des 52-Jährigen allerdings noch etwas angespannt. Als das erste Ergebnis aus dem Landkreis eintrifft, hellt sich die Miene des FW-Politikers allerdings erst richtig auf.
91,4 Prozent haben in Lutzingen den Amtsinhaber gewählt. Im Gemeindeteil Unterliezheim, wo Schrell aufgewachsen ist, liegt die Wahlbeteiligung bei 85 Prozent. „Da hatte ich zwei Gegenstimmen“, sagt Schrell. Bettina Merkl-Zierer hat wenig später ihr Erfolgserlebnis in Zöschingen. Dort stimmten 25 Prozent für die Dillinger Kreisrätin, in Wertingen sind es mehr als 28 Prozent. „Ich habe es als meine politische Verantwortung angesehen, den Wählern eine Alternative zu bieten“, sagt Merkl-Zierer.
Als das vorläufige Wahlergebnis vorliegt, bildet sich eine große Schlange von Menschen, die Schrell zu seiner Wiederwahl gratulieren wollen. Auch die frühere Vize-Landrätin Angela Rieder ist gekommen. „Heute habe ich aber keinen Blumenstrauß dabei“, sagt die Warnhofenerin. Elfriede Schrell, die Frau des wiedergewählten Landrats, freut sich im Stillen. Der Wahlkampf sei zwar nicht so intensiv wie vor sechs Jahren gewesen, sagt die Buttenwiesenerin: „Ich bin jetzt aber froh, dass es vorbei ist.“ (bv)
Donau-Zeitung vom 15.03.2010
Schrells zweite Runde
Wenn also im Juli Schrells zweite Runde als Landrat beginnt, dann sollte nicht nur über das politisch Machbare in einem nicht gerade im Geld schwimmenden Landkreis diskutiert werden - auch die Laufzeit seiner zweiten Amtsperiode gehört dann unbedingt auf die Agenda. Einen Weg zu finden, dass im Jahr 2014 Kreistag und Landrat wieder gemeinsam gewählt werden können, das sollte angepeilt werden. Übrigens: In Lauingen endet die Wahlperiode des gestern wiedergewählten Bürgermeisters Wolfgang Schenk bereits in vier Jahren. Was auf städtischer Ebene möglich ist, sollte auch im Kreis kein unüberwindbares Hindernis sein. Zumal Leo Schrell, wenn er so weitermacht wie bisher, auch bei einem vorgezogenen Urnengang nicht um seinen Job fürchten muss. Donau-Zeitung vom 15.03.2010 |